In meinem Blog möchte ich Ihnen neugierig-machende Informationen rund um das Thema Psychologie geben.

Viel Freude beim Stöbern! 

Was wirkt in der Psychotherapie? 

 

Das Psychotherapie bei einem großem Spektrum von Störungen wirksam ist, ist unbestritten. Es besteht jedoch weiterhin Unklarheit darüber, was wirklich wirkt. Bis heute wird zwischen spezifischen Techniken  und allgemeinen Wirkfaktoren kontrovers diskutiert.

Befürworter empirisch fundierter Psychotherapieansätze gehen von einer kausalen Verknüpfung zwischen spezifischen Techniken und bestimmten therapeutischen Veränderungen aus. Darunter zählen unter anderem typische Methoden und Techniken wie beispielsweise...

  • die Exposition in der Verhaltenstherapie 
  • das Deuten von Übertragungen in der Psychoanalyse
  • paradoxe Interventionen in der systematischen Therapie
  • Verbalisieren von emotionalen Inhalten in der Gesprächstherapie oder
  • die Leer-Stuhl-Technik in der Gestalttherapie.

 

Demgegenüber betonen die Vertreter der allgemeinen Psychotherapie, dass zwischen verschiedenen Psychotherapierichtungen (z.B. Verhaltenstherapie vs. Psychoanalyse)  nur geringe Wirkunterschiede bestehen. Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist auf allgemeine Wirkfaktoren zurückzuführen, die unbewusst im Kontext jeder psychotherapeutischen Interaktion auftreten. Prof. Dr. Klaus Grawe hat im Jahre 1994 fünf allgemeine Wirkfaktoren herausgearbeitet: 

  • Therapeutische Beziehung: Die Beziehungsqualität zwischen der Psychotherapeut*in und der Patient*in/ Klient*in trägt erheblich zu einem besseren oder schlechteren Therapieergebnis bei. 
  • Ressourcenaktivierung: Die Eigenarten, die die Patient*innen in die Therapie/Beratung mitbringen, werden als positive Ressource für das Therapie- bzw. Beratungsprozess genutzt. Das betrifft beispielsweise die Veränderungsmotivation, vorbewusste Kompetenzen, Fähigkeiten und Interessen der Patient*innen/Klient*innen.
  • Problemaktualisierung: Die Probleme, die in der Therapie bzw. Beratung verändert werden sollen, werden unmittelbar erfahrbar. Das kann z.B. dadurch geschehen, dass Therapeut*in und Klient*in reale Situationen  aufsuchen, in denen die Belastungen auftreten, oder dass sie durch besondere spezifische therapeutische Techniken wie intensives Erzählen, Imaginationsübungen, EMDR, Brainspotting, paradoxen Interventionen, Rollenspiele, etc, die Probleme emotional/erlebnisorientiert reaktiviert werden. 
  • Motivationale Klärung: Die Therapie bzw. Beratung fördert mit geeigneten Maßnahmen, dass der Patient*in eine neue Perspektive (z.B. Ursprünge, Hintergründe, vorbewusste Motive, aufrechterhaltende Faktoren) seines problematischen Denkens, Erlebens und Verhaltens gewinnt.
  • Problembewältigung: Die Behandlung unterstützt den Patient*in mit bewährten spezifischen Maßnahmen (direkt oder indirekt) darin, positive Bewältigungserfahrungen im Umgang mit seinen Problemen zu machen.

Im Weiteren wurden neben den spezifischen und allgemeinen - auch unspezifische Wirkfaktoren herausgearbeitet, die gar nicht mit dem Therapie- bzw. Beratungsprozess zusammenhängen. Dazu gehören beispielsweise das soziale Netzwerk, die Aneignung von Wissen über analoge und digitale Medien, Meditation, Sport, Kampfkünste, Bewegung, Musik, Kunst oder Selbsthilfegruppen. 

 

 

Was ist "gesunder" Narzissmus und wie unterscheidet sich die Narzisstische Persönlichkeitsstörung dazu? 

 

Der Begriff "Narzissmus"  ist gesellschaftlich negativ behaftet. Er wird oft laienpsychologisch verwendet, um unangenehme Menschen zu beschreiben. Beispielsweise der narzisstische Chef, die narzisstische Mutter, der narzisstische Freund, etc.. 

 

Der österreichische Arzt und Psychoanalytiker Paul Federn führte in den 1930ern das Konzept des gesunden Narzissmus ein. Menschen mit einem gesunden Narzissmus zeichnen sich durch folgende Merkmalen aus: 

  • Positives Selbstbild
  • Hohes Selbstwertgefühl
  • Ausreichenendes Selbstvertrauen
  • Akzeptables Maß an Selbstherrlichkeit
  • Gesundes Maß an Geben und Nehmen
  • Gesunde Grenzen ziehen
  • Selbstbewusst in Kommunikation gehen

 "Gesunder Narzissmus" ist jedoch kein klinischer Begriff wie beispielsweise die narzisstische Persönlichkeitsstörung. Die Symptome der Narzisstische Persönlichkeitsstörung können in vielen Kontexten auftreten und zeigen sich unter anderem durch:

  • Ein grandioses Selbstbewusstsein, bei dem Leistungen und Talente übertrieben dargestellt werden.
  • Weiterhin erwartet die Person als überlegen anerkannt zu werden, ohne entsprechende Leistungen vollbracht zu haben.
  • Der feste Glaube, etwas "Besonderes" und Einzigartiges zu sein und nur von anderen "besonderen" Menschen/Institutionen verstanden zu werden.
  • Das Verlangen nach übermäßiger Bewunderung, die Erwartung, bevorzugt behandelt zu werden.
  • Zwischenmenschlich ausbeutend, es werden beispielsweise andere Menschen ausgenutzt, um die eigenen Ziele zu erreichen.
  • Neid und Missgunst zu beiden Seiten: Wer eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, beneidet andere Menschen und ist davon überzeugt, dass andere ihn:sie beneiden.
Mehr Infos unter https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/psychiatrische-erkrankungen/pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rungen/narzisstische-pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung-npskeitsst%C3%B6rung-nps

Was bedeutet körperorientierte Psychotherapie?

 

In meiner körperorientierte-orientierten Psychotherapie mache ich EinladungenKontakt aufzunehmen über sogenannte somatische Marker. Das kann beispielsweise bedeuten, dass ich frage, was Sie gerade in ihrem linken Daumen oder im Hals wahrnehmen. Eine andere Einladung wäre es, langsam über Bewegung oder Dehnen in Kontakt mit dem Körper zu kommen. Danach folgt eine kleine Nachfühlpause, was gerade im "Hier-und-Jetzt" passiert, damit das unwillkürliche, autonome Nervensystem nicht überreguliert wird. 

Ziel ist es wieder in Verbindung zu kommen mit vorbewussten Körpergedächtnisinhalten (z.B. dem autobiographischen- oder dem Episodengedächtnis), das über Reden meistens nicht zugänglich ist. Mit der Zeit entsteht ein neues "Selbstverstehen" des Körpers und seiner Lebensbiographie.  

Manchmal kann es unterstützend sein, immer vorab kommuniziert und im Konsens abgesprochen, direkt am Körper, beispielsweise über Berührung oder Halt geben am Kopf, Schulterbereich oder an den Füssen zu arbeiten, um eine bessere Ko-Regulation herbeizuführen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist rassismuskritische Psychotherapie bzw. Beratung? 

 

In der rassismuskritischen Psychotherapie bzw. Beratung werden vor allem Macht- und Unterdrückungsstrukturen im Hinblick auf Intersektionalität (d.h. die Verwebungen von Rassismus, Klassismus, (Hetero)-(Cis)-Sexismus, Ableism, Lookismus, Adultismus, Gender, etc.) in den Vordergrund gerückt. 

 

In erster Linie wird ein Raum für Kinder/Jugendliche sowie deren Eltern und Erwachsenen geschaffen, an dem Sie sich sicherergesehen und/oder verstanden fühlen. Des Weiteren werden unterschiedlichste Empowermentmethoden (z.B. Ressourcenorientierte Aufstellungen, Atem- und Körperarbeit, kreativen Tanz, kreatives Malen, kreativen Rollenspielen oder ressourcenvollem Schreiben) angeboten, um Ihre Resilienz und Selbstwirksamkeit zu erhöhen. 

 

Mehr Infos unter https://www.therapie.de/psyche/info/therapie/interkulturelle-psychotherapie/rassismus-und-psychotherapie/

 

 

 

 

 

 

 

 


Was besagt das Rubikonmodell nach Heckhausen und Gollwitzer? 

Das Rubikonmodell erklärt, wie aus einem anfänglichen Wunsch ein verbindlicher Entschluss und schließlich eine konkrete Handlung wird.

 

Der Namensgeber "Rubikon" ist an das historische Ereignis angelehnt, als Julius Cäsar den Fluss Rubikon überschritt – ein Punkt, an dem es kein Zurück mehr gab.

 

In der Beratung, im Beziehungscoaching mit Einzelnen oder in der Paartherapie dient dieses Modell, festgefahrene Kommunikationsmuster zu erkennen, Entscheidungsprozesse zu strukturieren und Paaren zu helfen, von bloßen Absichten zu verbindlichen, gemeinsamen Veränderungen zu gelangen. 

 

Das Modell unterteilt jeden Veränderungsprozess in vier Phasen:

 

1. Die Abwägungsphase (Motivation): Paare sammeln Ideen und Wünsche, wägen Vor- und Nachteile ab (z. B. „Sollen wir uns mehr Zeit füreinander nehmen?“ oder "Ich zweifel daran, ob wir die Beziehung forsetzen sollen oder nicht!")  

2. Die Planungsphase (Willenskraft/Volition): Der „Rubikon“ ist überschritten, die Entscheidung ist gefallen. Der Fokus wechselt von der Frage „Ob“ zum „Wie“ (z. B. „Wir sagen beide ja zum Fortsetzen der Beziehung/Ehe oder einer der Partner fällt die Entscheidung die Beziehung zu beenden“).

3. Die Handlungsphase: Die geplanten Vorsätze bzw. Pläne werden in die Tat umgesetzt.

4. Die Bewertungsphase: Das Paar reflektiert, ob die Veränderung den gewünschten Erfolg gebracht hat

 

Wie verwende ich dieses Modell in der Beratung mit Einzelpersonen und Paaren? 

 

Ich verwende das Rubikonmodell vor allem diagnostisch vor dem Erstgespräch bzw. beim Erstgespräch, wenn Einzelklienten oder Paare zu mir kommen, vor allem wenn es um Beziehungsfragen geht.

 

Hierdurch werden versteckte, vorbewusste Konflikte sichtbar gemacht. Oft scheitern Beziehungsverbesserungen, weil Partner in unterschiedlichen Phasen feststecken.

 

Ein Partner ist vielleicht noch in Abwägungsphase 1 (überlegt noch), während der andere in Handlungsphase 3 (konkrete Umsetzung erwartet) Druck aufbaut.

 

 

 


Was bedeutet das Concept Creep? 

 

Der australische Psychologe Nick Haslam hat den Begriff Concept Creep (deutsch etwa: „Konzept-Einschleichen“ oder Bedeutungserweiterung) geprägt .

 

Er bezeichnet die schleichende Ausweitung von Begriffen, die ursprünglich für negative, klar definierte Probleme standen (z. B. Trauma, psychische Störungen, Trigger oder Gewalt). Heute werden diese Konzepte oft inflationär für immer mildere oder völlig alltägliche Erfahrungen verwendet. 

 

Die Verwässerung und Ausweitung von Begriffen bringt einige ernstzunehmende Probleme mit sich:

  • Inflation und Bedeutungsverlust: Es besteht die Gefahr, dass immer mehr negative Gemütszustände (z.B. "Ich bin traumatisiert von meinem Ex-Freund oder Lehrer") und Erlebnisse als potenziell krankhaft eingeordnet werden. Durch diese Beschreibungen verlieren die Begriffe ihre Schwere. Für wirklich schwere Schicksale stehen dann oft keine wirkungsvollen Worte mehr zur Verfügung.
  • Pathologisierung des Alltags: Normale menschliche Reaktionen, Konflikte, Trauer oder Stress werden durch Concept Creep plötzlich als Krankheit, Störung oder Opferrolle interpretiert. Das kann dazu führen, dass Menschen sich selbst als schwächer oder kranker wahrnehmen, als sie es tatsächlich sind.
  • Verlust von Resilienz:  Nicht jede Diagnose ist hilfreich ist: Menschen mit leichteren Symptomen, die diagnostiziert wurden, berichten von negativeren Verläufen als unbehandelte Personen.
  • Gesellschaftliche Polarisierung: Die Ausweitung von Begriffen wie „Der Narzisst“ oder „Trauma“ auf kleinste Nuancen führt bei Auseinandersetzungen oft zu unnötigen Verhärtungen. 

 

 

 


Was besagt die Bindungstheorie nach John Bowlby ? 

 

Diese Theorie entstammt der psychoanalytischen Tradition, d.h. sie betont die frühkindlichen Erfahrungen für das spätere Verhalten und Erleben in Beziehungen Erwachsener.

 

Eine der wichtigsten Kernaussagen der Bindungstheorie ist folgende:

„Zwischen den Erfahrungen einer Person mit seinen Eltern und seiner späteren Fähigkeit, affektive Bindungen zu entwickeln, besteht eine enge kausale Beziehung." 

 

Mary Ainsworth entwickelte das Konzept der Feinfühligkeit von Bindungs-personen gegenüber den Signalen des Kindes. Feinfühliges Verhalten beinhaltet die Fähigkeit „a) die Signale des Kindes wahrzunehmen, b) sie richtig zu interpretieren und c) prompt und d) angemessen darauf zu reagieren.

 

 

 

In einem Experiment "Fremde Situation" wurden Kleinkinder im Alter von 12-18 Monaten wurden in einer Abfolge von je drei Minuten mit ihrer Mutter bzw. Vater und einer fremden Person in eine Stresssituation gebracht. Besonders erkenntnisreich, waren die Phasen, in denen die Mutter/Vater nach der Trennung zurückkam. 

 

Man unterteilte die Kinder in drei Gruppen (Siehe obige Abbildung): 

 

1. Sicher: Diese Kinder zeigten bei der Trennung zwar Stress, ließen sich aber schnell durch die Mutter beruhigen.

2. Unsicher-ambivalent: Sie zeigten ebenfalls Stress bei der Trennung, verhielten sich bei der Wiedervereinigung ambivalent.

Sie suchten Nähe und zeigten gleichzeitig Ärger.

3. Vermeidend: Diese Kinder vermieden den Kontakt mit der Mutter bei der Rückkehr.

Sie zeigten keine offene Stresssituation, erlebten jedoch inneren Stress durch eine anhaltende beschleunigte Herzrate.

 

Mütter sicherer Kindern interpretierten die Signale des Kindes richtig und gingen sofort

auf sie ein.

 

Kinder deren Mütter in der „Fremden Situation“ wenig feinfühlig auf das Verhalten

ihrer Kinder eingegangen sind, zeigten eine vermeidende Bindungsstrategie.

 

Kinder mit unsicher-ambivalentem Bindungsstil gehörten zu Müttern, die sich in ihrer Feinfühligkeit inkonsistent zeigten. Die Erfahrung der Kinder ist in diesem Fall, dass ihre Bindungsperson nicht verlässlich auf sie reagiert.

 

In der Zwischenzeit kam noch ein neuer Bindungsstil hinzu, den sog. desorganisiert-desorientiert. Dieser ist bei 80 % von misshandelten und missbrauchten Kindern dieser Stil aufzufinden.

 

Mehr Infos unter https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/bindung/bindungstypen/

 

 


Wie verwende ich dieses Modell in der Beratung mit Einzelpersonen und Paaren? 

 

In einer Paartherapie wird oft der Wunsch geäußert, dass der Partner sich ändern solle, damit die immer wiederkehrenden Konflikte bzw. Beziehungsmuster aufhören. Meistens denkt der andere genauso, und es kommt häufig zu keiner Verbesserung. Daher ist wichtig, seine eigenen Verhaltensweisen bzw. Bindungsmuster zu analysieren, zu überprüfen und ggfls. anzupassen. 

 

Störungen dieser Bindungsfähigkeit, zeigen sich in Form von toxischen Partnerschaften, Nähe-Distanz-Problemen, Verlustangst oder emotionalem Rückzug? 

 

Das Erkennen von Bindungsstilen ist meine Aufgabe als Psychologe bzw. Paar- und Sexualtherapeut. Gemeinsam analysieren wir, ob Sie bzw. Ihre Partner:in eher sicher, ängstlich-ambivalent (starke Verlustangst) oder vermeidend (Rückzug bei zu viel Nähe) gebunden sind. Dieses Wissen hilft oftmals, Paardynamiken besser zu verstehen und gezielt daran zu arbeiten. Paare geraten oft in das Muster "Verfolger-Rückzügler". 

 

Ich möchte Ihnen helfen, diesen Teufelskreis zu entschärfen. Die Bindungstheorie zeigt, dass der Rückzieher eigentlich Nähe regulieren will und der Verfolger nach Sicherheit hungert.

 

 


Was besagt die Dreieckstheorie der Liebe nach Sternberg? 

 

Robert Sternberg hat 1985 hat versucht das Phänomen der Liebe zu beschreiben. In dieser Dreieckstheorie bzw. Triade der Liebe  wird die Liebe als Zusammenspiel dreier Komponenten bzw. Pole beschrieben:

Jede Seite des Dreiecks wird durch eine der drei Liebeskomponenten repräsentiert: Leidenschaft, Vertrautheit und Bindung. 

 

Leidenschaft beschreibt alle Gefühle, die wir mit Sexualität bzw. sexueller Anziehungskraft verbinden. Sie beschreibt die motivationale Komponente , dass man sich vom anderen angezogen fühlt oder dass man  Berührung und Nähe schätzt.

 

Die Vertrautheit ist verantwortlich dafür, dass wir dem Partner vertrauen, dass wir uns geborgen und gesehen fühlen. Vertrautheit kann man als emotionale Komponente der Beziehung betrachten, denn mit ihr ist die Einheit von Gefühlen und Verhalten gemeint, die der Beziehung ihre Innigkeit verleiht.

 

Bei der Bindung wird der Entschluss gefasst entweder kurzfristig oder langfristig in die gemeinsame Zukunft  zu investieren. Sie wird als die kognitive Komponente beschrieben. 

 


 

Daraus entstehen je nach Gewichtung unterschiedliche Liebesformen:

  • Leere Liebe: Die Beziehung wird nur durch Verpflichtung zusammengehalten
  • Romantische Liebe: Leidenschaft und Vertrautheit, aber keine Verbindlichkeit
  • Kameradschaftliche Liebe: Emotionale Nähe und Verbindlichkeit, aber keine Leidenschaft (mehr)
  • Vollkommene Liebe: Alle Kriterien aus Sternbergs Modell sind erfüllt

Das triadische System der Liebe kann auch als diagnostisches Instrument verwendet werden, um im Nachgang die eigene Liebesbeziehung zu reflektieren und zu verstehen, welche der drei Liebeskomponente heute Schwierigkeiten bereiten. 

 

 Mehr Infos unter

 https://www.zipp.pro/blog/positive-psychologie/das-schonste-und-komplexeste-gefuhl-die-liebe/

 

 

 


Welche Verbindung gibt es zwischen dem Medusa-Mythos und weiblichen Traumata

 

Die Geschichte der Medusa aus der griechischen Mythologie wird heute oft als Sinnbild für weibliche Traumata nach sexualisierter Gewalt interpretiert.

 

In der Ursprungserzählung des Dichters Ovid war Medusa ursprünglich eine schöne junge Frau und Priesterin. Sie wurde im Tempel der Göttin Athene vom Meeresgott Poseidon vergewaltigt. 

 

Anstatt Gerechtigkeit zu erfahren, wurde Medusa von Athene bestraft und in ein schreckliches Monster mit Schlangenhaaren verwandelt. Ihr Blick ließ jeden zu Stein erstarren.

 

Dies spiegelt die gesellschaftliche Tendenz wider, Opfern von Gewalt eine Mitschuld zuzuweisen (Täter-Opfer-Umkehr) und sie sozial zu stigmatisieren. 

 

Das Trauma und die Reaktionen darauf wie beispielsweise die Erstarrung: Das „Zu-Stein-Erstarren“ symbolisiert die dissoziative Erstarrung (Freeze-Reaktion) als uralten Schutzreflex. Es ist eine Überlebensstrategie des Nervensystems in Situationen, in denen Flucht oder Kampf unmöglich sind.

 

Die Schlangenhaare stehen für die dissoziierten, abgespaltenen Anteile des Selbst sowie für eine gesteigerte Abwehrbereitschaft, die aus dem Trauma resultiert. 

 

Dies wurden von außen oft als „monströs“ oder gefährlich wahrgenommen, statt als verständliche Überlebens- und Schutzreaktion. 



Was besagt Stephen Covey`s Circle of Control bzw. Circle of Concern Modell? 

Der Circle of Control (Kontrollbereich) ist ein Konzept aus dem Selbstmanagement. Er umfasst alle Aspekte des Lebens, die Sie direkt und ohne die Hilfe anderer kontrollieren und verändern können. Darunter fallen vor allem Ihre eigenen Handlungen, Gedanken und Reaktionen. 

Um Frustration und Stress zu vermeiden, teilt das Modell Ihre Anliegen in zwei konzentrische Kreise ein: 

 

Circle of Control (Kontrollbereich): Dinge, die Sie selbst in der Hand haben (z. B. Ihre Emotionsregulation, Ihre Vorbereitung, Ihr Mindest)

Circle of Concern (Sorgenbereich): Dinge außerhalb Ihrer Kontrolle, über die Sie sich nur Sorgen machen können (z. B. das Wetter, weltpolitische Spannungen, Rückzugs des Partners, Entscheidungen der Geschäftsführung)

 

In der Beratung, im Coaching, in der Supervision, Paar- und Sexualtherapie oder in der 

Einzeltherapie gibt es immer weniger Anfragen bzw. Anfragen, den Partner, die Um-

stände, die Chefin, die Mutter verändern zu wollen. Das sind meistens Sehnsuchtsziele 

bzw. restriktive Ziele, die Sie nicht in der eigenen Hand haben. Das ist verständlicherweise

frustrierend und energieraubend. 

 

Fokus in allen meinen Angeboten, ist es den innersten Kreis den „Circle of Control“ zu

stärken und die Selbstwirksamkeit zu erhöhen. In diesem Bereich liegen alle Dinge und

Themen, die Sie selbst entscheiden und auf die Sie mit Ihren Handlungen direkt

Einfluss nehmen können. Sie haben hier die volle Kontrolle und können durch Ihr

Verhalten direkten Einfluss ausüben.


Was bedeutet Ostrazismus-Modell von Williams und welche Folgen hat dies für die Psyche

In der Sozialpsychologie ist Ostrazismus in etwa mit „Verbannung“ oder „sozialer Ausgrenzung“ gleichzusetzen.

Dieses Phänomen ist uns auch aus der Tierwelt bekannt. Tiere, die z.B. durch Krankheit oder nicht artgerechtes Verhalten auffallen, können das Überleben des Rudels oder der Herde gefährden und werden deshalb ausgegrenzt. 

Wenn Menschen von sozialer Ausgrenzung (Ostrazismus) betroffen sind, verarbeitet das Gehirn diese Zurückweisung wie echten physischen Schmerz. Dabei wird die vordere Insula (Teil der Großhirnrinde) im Gehirn aktiviert. Dies löst sofortigen Stress und verletzt soziale Grundbedürfnisse. 

 

Dabei werden vier grundlegende Bedürfnisse akut bedroht:

  • Zugehörigkeitsgefühl: Hier werden Menschen bewusst von anderen Interaktionspartner geschnitten. Es findet keinerlei Verbindung mehr statt.
  • Soziales Selbstwertgefühl: Wenn Menschen von Interaktionspartnern ausgeschlossen werden, werden ihnen normalerweise keine Gründe dafür genannt. Dies führt meist dazu, dass die ausgegrenzten Opfer sich gedanklich eine ganze Liste an möglichen Gründen erstellen, wodurch sehr viele Bereiche des Selbstwertgefühls beeinträchtigt werden.
  • Soziale Kontrolle: Wird ein Mensch geschnitten bzw. ignoriert, kann sie tun und sagen, was sie möchte – sie wird keinerlei Reaktion erhalten und damit nicht in der Lage sein, die Interaktion mitzusteuern.
  • Daseinsberechtigung: In vielen Völkern auf der ganzen Welt ist soziale Ausgrenzung die schlimmste Art der Bestrafung und bedeutet eine Art „sozialen Tod“. Für die Zeit der Verbannung wird deutlich, wie es wäre, wenn es das ausgegrenzte Opfer nie gegeben hätte.